IMO

Allgemeines

Die Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) ist ein seit 1959 jährlich stattfindender mathematischer Wettbewerb für Schüler – nur 1980 gab es keine IMO. Die 1. IMO fand 1959 in Rumänien mit 7 teilnehmenden Ländern statt. Die 50. IMO 2009 in Deutschland hatte die damalige Rekordbeteiligung mit 565 Schülern aus 104 Staaten. Unten folgt eine Übersicht.

Seit der 36. IMO 1995 in Kanada haben die IMOs ein eigenes Logo: IMO-Logo

Zur Unterstützung der IMOs wurde 2011 die International Mathematical Olympiad Foundation gegründet.

Seit der 38. IMO 1997 in Argentinien haben die IMOs eine eigene Hymne.
Hier sind ein kleiner Ausschnitt zum Reinhören (882kB) und die ganze Hymne: 128 kBit/s (4.15MB)   256 kBit/s (8.3MB)

Jedes teilnehmende Land kann eine Mannschaft mit 6 Schülerinnen und Schülern entsenden (seit 1983; 1959-1981: 8 Schüler(innen); 1982: 4 Schüler(innen)), die in der Regel aus der höchsten Schulklasse sind. Besonders Talentierte haben jedoch auch oft eine mehrfach erfolgreiche Teilnahme geschafft: Erfolgreichste IMO-Teilnehmer

Obwohl es sich bei der IMO um einen Einzelwettbewerb handelt und es KEINE offizielle Länderwertung gibt, wird immer wieder danach gefragt. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl die Schulsysteme in den einzelnen Ländern als auch die Intensität der Vorbereitung sehr unterschiedlich sind. In Deutschland hält sich der Umfang der Vorbereitungen in engen Grenzen.

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb selbst besteht aus 2 Klausuren von jeweils 4½ Stunden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, in denen je 3 Aufgaben zu lösen sind. Jede Aufgabe wird mit einer Punktzahl von 0 bis 7 bewertet (seit Anfang der 80er Jahre, davor gab es teilweise andere Regelungen). Die maximal erreichbare Punktzahl ist also 42. Auch die Vergabe der Preise erfolgt seit dieser Zeit einheitlich: möglichst viele, jedoch nicht mehr als 50% der Teilnehmer erhalten einen Preis. Die Anzahlen der 1., 2. und 3. Preise verhalten sich möglichst wie 1:2:3.

Die deutschen Teilnehmer

Die ehemalige DDR beteiligte sich von 1959 bis 1990 außer 1978 und 1981 an den IMOs, die Bundesrepublik seit 1977. Seit 1991 gibt es eine gesamtdeutsche Mannschaft: Deutsche IMO-Teilnehmer seit 1991. Eine komplette Übersicht findet man in
W. Engel, H.-D. Gronau, H.-H. Langmann, H. Sewerin: The German Teams at the International Mathematical Olympiads 1959–2008. Verlag Karl Heinrich Bock, Bad Honnef, 2009. (ISBN 978-3-86796-037-3)

Der Weg in die deutsche Nationalmannschaft führt über die erfolgreiche Teilnahme an der Bundesrunde der Mathematik-Olympiaden, des Bundeswettbewerbes Mathematik oder einen Landessieg im Wettbewerb Jugend forscht, Fachgebiet Mathematik. Diese Kandidaten (etwa 130) schreiben zwei IMO-Auswahlklausuren. Die 16 besten Schülerinnen und Schüler werden dann Anfang Januar des darauffolgenden Jahres zu Vorbereitungsseminaren eingeladen. Erfahrene Mathematiker, meist auch selbst mit IMO-Erfahrung, vermitteln ihnen in den Seminaren das notwendige Fachwissen und machen sie mit wichtigen Lösungsstrategien vertraut. Daneben werden durch weitere Klausuren im Verlauf der Seminare die 6 Mitglieder der deutschen IMO-Mannschaft endgültig ausgewählt.

Berichte

Seit 2007 gibt es unter www.imo-official.org eine offizielle Homepage zu den IMOs mit sehr umfangreichen Informationen, z.B. einer Datenbank aller Teilnehmer.

Die Berichte (teils gekürzt) und Aufgaben werden z.Z. in verschiedenen Periodika gedruckt angeboten, u.a. in:

  • Mitteilungen des Mathematik-Olympiaden e.V.
  • Praxis der Mathematik (Die einzige uns bekannte Quelle, die mindestens seit 1989 sowohl alle Berichte und Aufgaben sowie die Lösungen publiziert hat.)
  • früher: Schülerzeitschrift "alpha"
  • teilweise: Zeitschrift "Die Wurzel"
  • Mitteilungen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung e.V.

Über weiter zurückliegende IMOs gibt es Publikationen in Buchform, z.B.

  • Internationale Mathematik-Olympiaden I: 1959-1968, Manz-Verlag 1977, ISBN 3-7863-0358-4
  • Internationale Mathematik-Olympiaden II: 1969-1978, Manz-Verlag 1983, ISBN 3-7863-0359-2
  • Internationale Mathematik-Olympiaden III: 1979-1988, Manz-Verlag 1988, ISBN 3-7863-0820-9

IMO-Übersicht

  Jahr Staat Ort L T E S D
1 1959 Rumänien Brasov 7 52 52 Rumänien 78
2 1960 Rumänien Sinaia 5 39 55 CSSR 71
3 1961 Ungarn Veszprem 6 48 56 Ungarn 84
4 1962 CSSR Hluboka 7 56 61 Ungarn 79
5 1963 Polen Wroclaw 8 64 56 UdSSR 85
6 1964 UdSSR Moskau 9 72 61 UdSSR 80
7 1965 DDR Berlin 10 80 50 UdSSR 88
8 1966 Bulgarien Sofia 9 72 74 UdSSR 92
9 1967 Jugoslawien Cetinje 13 99 52 UdSSR 82
10 1968 UdSSR Moskau 12 96 71 DDR 95
11 1969 Rumänien Bukarest 14 112 50 Ungarn 77
12 1970 Ungarn Keszthely 14 112 48 Ungarn 73
13 1971 CSSR Zilina 15 115 28 Ungarn 80
14 1972 Polen Torun 14 107 47 UdSSR 84
15 1973 UdSSR Moskau 16 125 44 UdSSR 79
16 1974 DDR Erfurt 18 140 56 UdSSR 80
17 1975 Bulgarien Burgas 17 135 55 Ungarn 81
18 1976 Österreich Lienz 18 139 43 UdSSR 78
19 1977 Jugoslawien Belgrad 21 155 44 USA 63
20 1978 Rumänien Bukarest 17 132 51 Rumänien 74
21 1979 Großbritannien London 23 166 49 UdSSR 83
22 1981 USA Washington 27 185 63 USA 93
23 1982 Ungarn Budapest 30 119 49 Deutschland 86
24 1983 Frankreich Paris 32 186 37 Deutschland 84
25 1984 CSSR Prag 34 192 42 UdSSR 93
26 1985 Finnland Joutsa 38 209 35 Rumänien 80
27 1986 Polen Warschau 37 210 43 USA,UdSSR 81
28 1987 Kuba Havanna 42 237 47 Rumänien 99
29 1988 Australien Canberra 49 268 36 UdSSR 86
30 1989 Deutschland Braunschweig 50 291 45 China 94
31 1990 China Peking 54 308 41 China 91
32 1991 Schweden Sigtuna 56 318 46 UdSSR 96
33 1992 Russland Moskau 56 322 36 China 95
34 1993 Türkei Istanbul 73 413 30 China 85
35 1994 Hong Kong Hong Kong 69 385 48 USA 100
36 1995 Canada Toronto 73 412 45 China 94
37 1996 Indien Mumbai 75 424 30 Rumänien 74
38 1997 Argentinien Mar del Plata 82 460 38 China 88
39 1998 Taiwan Taipeh 76 419 35 Iran 84
40 1999 Rumänien Bukarest 81 450 32 China, Russland 72
41 2000 Südkorea Taejon 82 461 32 China 87
42 2001 USA Washington 83 473 31 China 89
43 2002 Großbritannien Glasgow 84 479 33 China 84
44 2003 Japan Tokio 82 457 31 Bulgarien 90
45 2004 Griechenland Athen 85 486 39 China 87
46 2005 Mexiko Mérida 91 513 33 China 93
47 2006 Slowenien Ljubljana 90 498 34 China 85
48 2007 Vietnam Hanoi 93 520 33 Russland 73
49 2008 Spanien Madrid 97 535 36 China 86
50 2009 Deutschland Bremen 104 565 36 China 88
51 2010 Kasachstan Astana 97 517 36 China 78
52 2011 Niederlande Amsterdam 101 564 35 China 75
53 2012 Argentinien Mar del Plata 100 548 34 Südkorea 83
54 2013 Kolumbien Santa Marta 97 527 37 China 83
55 2014 Südafrika Kapstadt 101 560 38 China 80
56 2015 Thailand Chiang Mai 104 577 31 USA 73
57 2016 Hongkong Hongkong 109 602 35 USA 85
58 2017 Brasilien Rio de Janeiro 111 615 35 Republik Korea  67
59 2018 Rumänien Cluj-Napoca          
60 2019 Großbritannien Bath          
61 2020 Russland St. Petersburg          
62 2021 USA            
63 2022 Norwegen            

Legende:

L - Anzahl der teilnehmenden Staaten
T - Anzahl der Teilnehmer
E - durchschnittlicher Erfolg der Teilnehmer, bezogen auf die erreichbare Maximalpunktzahl; in %
S - teilnehmender Staat mit höchster Punktzahl
D - durchschnittlicher Erfolg der Teilnehmer des Staates S, bezogen auf die erreichbare Maximalpunktzahl; in %

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